24.10.2011
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21.10.2011 - Energiesparen notwendiger denn je

21.10.2011 - Energiesparen notwendiger denn je

Kaminkehrermeister Frischhut: Größtes Potential liegt im Energiesparen

Ganz einfach kann sich jeder im Kampf gegen den Klimawandel beteiligen, so der Straubinger Bezirkskaminkehrermeister Holger Frischhut. Durch genaues Überlegen und gezielte Sparmaßnahmen kann auch jeder Bürger ohne Komfortverlust im Alltag im Haushalt bis zu einem Viertel der eigenen Energiekosten einsparen. Dies hilft nicht nur der Umwelt sondern auch dem eigenen Geldbeutel, so der Energieexperte bei der durch die Bioenergieregion unterstützte Veranstaltung.

Der Jugendbeauftragte Christian Hirtreiter veranstaltete am Freitag, 21.10.11, 19 Uhr im Gasthof Zur Post (Straßkirchen) in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Energy Scout Ralf Zierer eine Informationsveranstaltung zum Thema „Energietipps zu Beginn der Heizperiode“. Ob Neubau, Umbau oder Modernisierung - vor dem Hintergrund explodierender Energiepreise wird Energiesparen immer wichtiger. Der Energieexperte Frischhut referierte zu der spannenden Thematik.

Eingangs ging Jugendbeauftragter Christian Hirtreiter auf den globalen Energiemarkt und insbesondere den enormen Energie- und Rohstoffbedarf von Indien und China ein. Mit ihren fast 3 Milliarden Menschen werden diese beiden Giganten mittelfristig die Weltmärkte noch stärker bestimmen. Nirgendwo wächst auf der Welt die Wirtschaft mit solchen Rekordwerten, aber ohne Energie und Rohstoffe geht das nicht, so Hirtreiter, daher müsse man vor allem bei uns mit Innovationen und auch Einsparungen den Herausforderungen entgegenstehen.

Bedenkt man, dass etwa 80 % des Energieverbrauches eines Gebäudes für die Heizung aufgewendet wird, ließe sich durch geeignete Dämmmaßnahmen an bestehenden Gebäuden rasch eine Halbierung des Energieaufwandes erreichen. Gigantische Mengen an fossilen Brennstoffen, CO2, Feinstaub und Schadstoffen könnten so vermieden werden.

Nur eine sachgerecht ausgeführte Dämmung mit geeignetem Material bringt dauerhafte Energieeinsparung und das Wohnklima wird spürbar verbessert - im Sommer angenehm kühl und keine Schimmelbildung. Nicht unterschätzen sollte man auch das Einsparpotential, das man noch realisieren könne und den technischen Fortschritt bei den Produkten. Durch neue Kühlschränke könne man schon mal bis zu 50 Euro im Jahr pro Kühlschrank im Vergleich zu einem veralteten Gerät sparen.

Frischhut machte deutlich, dass die Biomasse in einen Energiemix stark eingebunden werden muss und dass vor allem der Energiebedarf in den eigenen Vier-Wänden eingeschränkt werden muss. Die sinkenden Erzeugerpreise und die Gefahr verminderter Förderleistungen durch die staatlichen Stellen zwingen auch die Landwirte weit mehr zu überlegen um die Existenz eines Betriebs zu sichern. Produktnischen und alternative Vermarktungsformen schaffen neue Erwerbsmöglichkeiten und Einkommenskombinationen. So benötigen in einem 2-Personen-Haushalt allein die Elektrogeräte im Stand-by-Betrieb unnötige Stromkosten von 70-Euro im Jahr. Aufgrund der aktuellen Strompreisdiskussion werde man sich mit der Energieproblematik immer mehr beschäftigen müssen. Innovationsgeist und Kreativität bezüglich der neuen Entwicklungen im Bereich „moderne Energiequellen“ seinen die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung unter Berücksichtigung auch der jungen Generation.

Erdölpreise von 8 Pfennig wie vor 30 Jahren seien einfach eine Wunschvorstellung. Erdöl wird für viele Produkte benötigt und daher wird der Energiebereich vermutlich bald diesen immer teuerer werdenden Rohstoff „vermeiden müssen“.

Der Energy Scout Ralf Zierer informierte, dass der Landkreis Straubing-Bogen im Jahre 2009 die Auszeichnung "Bioenergie-Region" vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erhalten hat. Die Information und Beratung der Bürger übernehmen sog. "Energy-Scouts". Im Falle der Gemeinden Straßkirchen und Irlbach hat diese Funktion Ralf Zierer übernommen. Zierer ist hauptberuflich beim Caritasverband in der Energieberatung für bedürftige Familien eingebunden. Ralf Zierer hat einen Energie-Koffer mit Messgeräten für seine Tätigkeit erhalten. Alle Energiescouts sind qualifiziert als kostenlose Ansprechpartner vor Ort zum Thema Energiesparen und für den Einsatz fossiler Energieträger tätig zu werden. Entsprechendes Infomaterial werde ausgegeben und Initialberatungen durchgeführt.

Bei der ausführlichen Diskussion nach den fundierten Informationen kam zur Sprache, ob es tatsächlich ressourcenschonender sei die Glühbirne brennen zu lassen, da die Materialermüdung durch häufigeres Ein- und Ausschalten das Lebensalter stark beeinflussen.

Frischhut informierte, dass bei den modernen Glühbirnen, insbesondere den Energiesparlampen, es absolut sinnvoll sei, diese sofort nach dem Gebrauch auszuschalten, da die Lampen so gestaltet seien, dass sie - außer wenn man diese permanent aus- und einschaltet - durch den Einschaltvorgang nur ganz wenig mehr Strom verbrauchen als beim Leuchten.

Bericht u. Bild: Dr. Christian Hirtreiter

Foto: Der Energieexperte und Kaminkehrermeister Holger Frischhut stellte das enorme Potential im Bereich „Energiesparen in Haushalt zu Beginn der Heizperiode“ dar. Der Energiekoffer des Energy Scouts und entsprechendes Gerät kann kostenlos gegen Pfandhinterlegung vor Ort ausgeliehen werden. von rechts: Energy Scout Ralf Zierer, Kaminkehrermeister Holger Frischhut und Jugendbeauftragter Christian Hirtreiter beim kostenlosen Infoabend.

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