20.03.2012
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Bericht aus der Bürgerversammlung Paitzkofen vom 15.03.2012

Bericht aus der Bürgerversammlung Paitzkofen vom 15.03.2012

Schwerpunkt der Bürgerversammlung im Ortsteil Paitzkofen war die mögliche Einleitung einer Dorferneuerung. Zu diesem Thema referierte der stellvertretende Leiter des Amtes für ländliche Entwicklung in Landau, Herr Josef Reidl.

Bevor es jedoch zum Hauptthema der Bürgerversammlung, die mögliche Dorferneuerung Paitzkofen kam fasste der erste Bürgermeister, Eduard Grotz, kurz die statistischen Daten des Ortsteils Paitzkofens sowie die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres 2011 zusammen. Derzeit wohnen in Paitzkofen 142 Personen. In den umliegenden Siedlungen wie Gänsdorf, Haberkofen, Makofen, Niederast, Ödhof, Seehof, Stetten, Thal und Tiefenbrunn weitere 151. Dies entspricht rund 9 % der Gesamtbevölkerung der politischen Gemeinde Straßkirchen. Etwa 71 % der Bevölkerung befindet sich im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65 Jahren. Die gesamte Fläche der Gemeinde Straßkirchen liegt bei etwa 38.400 qkm wovon die Gemarkungen Paitzkofen und Grafling einen überwiegend landwirtschaftlich geprägten Anteil von rd. 30 % bestreiten. Von den insgesamt rund 190 km Gemeindeverbindungs- und Ortsstraßen sowie Feldwegen entfallen auf die frühere Gemeinde Paitzkofen etwa 36,5 km. Im abgelaufenen Jahr konnte der Bürgermeister zu fünf 90. Geburtstagen sowie einmal zum 92. Geburtstag gratulieren. Ferner konnten je drei Goldene und Diamantene Hochzeiten gefeiert werden.

Mit verschiedensten Bildern von Einweihungen, Ehrungen, Feierlichkeiten und Vereinsfesten wurden die statistischen Angaben aufgelockert und abgerundet.

Mit dem Zitat des Philosophen Karl Popper „Die Zukunft ist weit offen. Sie hängt von uns ab, von uns allen.“ beendete der Bürgermeister den ersten Teil der Bürgerversammlung und übergab das Wort an den stellv. Leiter des Amtes für ländliche Entwicklung, Herrn ltd. Baudirektor Josef Reidl.

Dorferneuerung im Ortsteil Paitzkofen – eine unendliche Geschichte, mit glücklichem Ende?

Bereits im April 1996, somit vor nunmehr knapp 16 Jahren, wurde Antrag auf Aufnahme des Ortsteils Paitzkofen in den Zeitstufenplan zur Dorferneuerung gestellt. Da zu diesem Zeitpunkt bereits die Dorferneuerung im Ortsteil Schambach angelaufen war, wurde uns mitgeteilt, dass wir uns bis zur Einleitung eines Verfahrens wohl längere Zeit gedulden müssten. Nach dem äußerst erfolgreichen Abschluss der Dorferneuerung im Ortsteil Schambach wurde im Januar 2011 erneut beim Amt für ländliche Entwicklung angefragt. Nach zahlreichen Vorgesprächen erklärte sich Herr Josef Reidl vom Amt für ländliche Entwicklung gerne bereit im Rahmen einer Bürgerversammlung die Grundzüge eines möglichen Dorferneuerungsverfahrens zu erläutern.

Für den Ortsteil Paitzkofen bietet sich, so Reidl, die Einleitung einer einfachen Dorferneuerung an. Diese Möglichkeit einer „abgespeckten“ Dorferneuerung ohne Verfahren besteht seit 1997. Die Verfahrensgrundzüge und Maßnahmen gleichen einer „normalen“ Dorferneuerung, nur dass hierbei keine Teilnehmergemeinschaft gebildet wird und Bodenordnungsmaßnahmen nicht direkt vom Amt für ländliche Entwicklung ausgeführt werden können. Sämtliche Grunderwerbs- und Vermessungsarbeiten müssen seitens der Gemeinde beim Vermessungsamt beantragt und darüber abgewickelt werden. Die Fördersumme ist auf maximal 250.000,00 Euro begrenzt, wobei die Fördersätze für Straßkirchen bei rund 55 % liegen würden. Für private Maßnahmen werden unterschiedliche Fördersätze, je nach Bedeutung der Maßnahme für die Allgemeinheit von 20 bis zu 50 % ausgereicht. Auch in einem einfachen Verfahren sind beispielsweise fünf Baumaßnahmen möglich. Die Dorferneuerung soll aber keinesfalls ein reines Bau- oder Verkehrsprogramm beinhalten. Die Leitziele der Dorferneuerung wie z. B. strukturelle Maßnahmen, Verbesserung der Dorfgemeinschaft usw. müssen zwingend beachtet werden. Hierfür ist die Bereitschaft der gesamten Dorfbevölkerung unerlässlich. Letztendlich sollen die auszuführenden Maßnahmen von den Bürgern selbst entwickelt werden. Bei der abschließenden Umfrage erklärte sich die Mehrheit der Anwesenden bereit, in ersten Gesprächen Möglichkeiten zu erarbeiten und evtl. Arbeitskreise zu bilden. Federführend werden diese Dialoge vorerst von den beiden Gemeinderatsmitgliedern aus Paitzkofen, Herrn Norbert Kiendl, sowie aus Tiefenbrunn, Herrn Helmut Genau, organisiert. Für den Mai dieses Jahres sind dann die ersten Gespräche mit der Verwaltung und dem Gemeinderat Straßkirchen geplant. Hier soll dann endgültig entschieden werden, ob das Amt für ländliche Entwicklung um einem konkreten Platz im Arbeitsplan gebeten werden soll.

Seitens des Gemeinderates Straßkirchen wurde vom ersten Bürgermeister Eduard Grotz vollste Unterstützung für die Dorfgemeinschaft Paitzkofen zugesagt.

Bezüglich der Problematik „Beseitigung des Oberflächenwassers im Gebiet Stetten – Thal“ erläuterte Herr Reidl, dass eine Flurbereinigung nur dann eingeleitet werden kann, wenn grundsätzlich Bereitschaft zum Verkauf von Flächen für Retentionsräume besteht. Die anwesenden Landwirte sprachen sich jedoch gegen eine Veräußerung von Flächen aus, sodass mittelfristig nicht mit der Einleitung eines Flurbereinigungsverfahrens zur Behebung der Oberflächenwasserproblematik gerechnet werden kann. 

Domaschka, Geschäftsleiterin

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