23.10.2013
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Energiesparen im eigenen Haushalt notwendiger denn je

Bericht zur Energieveranstaltung Oktober 2013

Energiefresser ersetzen - Kaminkehrermeister Hans Ritt: Größtes Potential liegt im Energiesparen

Straubing-Bogen/Straßkirchen: Ganz einfach kann sich jeder im Kampf gegen den Klimawandel beteiligen, so der Straubinger Bezirkskaminkehrermeister Hans Ritt. Durch genaues Überlegen und gezielte Sparmaßnahmen kann auch jeder Bürger ohne Komfortverlust im Alltag im Haushalt bis zu einem Viertel der eigenen Energiekosten einsparen. Dies hilft nicht nur der Umwelt sondern auch dem eigenen Geldbeutel, so der Energieberater bei der durch die Bioenergieregion Straubing-Bogen unterstützten Veranstaltung.

Der Jugendbeauftragte Christian Hirtreiter veranstaltete am Freitag 18. Oktober 2013, im Gasthof „Zur Post“ (Straßkirchen) in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Energy Scout Ralf Zierer eine Informationsveranstaltung zum Thema „Energiebewußt im Haushalt“. Ob Neubau, Umbau oder Modernisierung - vor dem Hintergrund explodierender Energiepreise wird Energiesparen immer wichtiger. Der Energieexperte Ritt referierte zu der spannenden Thematik.

Eingangs ging Jugendbeauftragter Christian Hirtreiter auf den globalen Energiemarkt und insbesondere den enormen Energie- und Rohstoffbedarf durch die steigende Weltbevölkerung ein. Nirgendwo wächst auf der Welt die Wirtschaft mit solchen Rekordwerten wie in Asien. Ohne Energie und Rohstoffe geht das nicht endlos weiter, so Hirtreiter. Daher müsse man vor allem bei uns mit Innovationen und auch Einsparungen den Herausforderungen entgegenstehen.

Heizung verbraucht 80% der Gebäudeenergie

Bedenkt man, dass etwa 80 % des Energieverbrauches eines Gebäudes für die Heizung aufgewendet wird, ließe sich durch geeignete Dämmmaßnahmen an bestehenden Gebäuden rasch eine Halbierung des Energieaufwandes erreichen. Gigantische Mengen an fossilen Brennstoffen, CO2, Feinstaub und Schadstoffen könnten so vermieden werden.

Nur eine sachgerecht ausgeführte Dämmung mit geeignetem Material bringt dauerhafte Energieeinsparung und das Wohnklima wird spürbar verbessert - im Sommer angenehm kühl und keine Schimmelbildung. Nicht unterschätzen sollte man auch das Einsparpotential, das man noch realisieren könne und den technischen Fortschritt bei den Produkten. Durch neue Kühlschränke könne man schon mal bis zu 50 Euro im Jahr pro Kühlschrank im Vergleich zu einem veralteten Gerät sparen.

Ritt machte deutlich, dass die Biomasse in einen Energiemix stark eingebunden werden muss und dass vor allem der Energiebedarf in den eigenen Vier-Wänden eingeschränkt werden muss. Die sinkenden Erzeugerpreise und die Gefahr verminderter Förderleistungen durch die staatlichen Stellen zwingen auch die Landwirte weit mehr zu überlegen um die Existenz eines Betriebs zu sichern. Produktnischen und alternative Vermarktungsformen schaffen neue Erwerbsmöglichkeiten und Einkommenskombinationen. So benötigen in einem 2-Personen-Haushalt allein die Elektrogeräte im Stand-by-Betrieb unnötige Stromkosten von 70-Euro im Jahr. Aufgrund der aktuellen Strompreisdiskussion werde man sich mit der Energieproblematik immer mehr beschäftigen müssen. Innovationsgeist und Kreativität bezüglich der neuen Entwicklungen im Bereich „moderne Energiequellen“ seinen die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung unter Berücksichtigung auch der jungen Generation.

Erdölpreise von 8 Pfennig wie vor 30 Jahren seien einfach eine Wunschvorstellung. Erdöl wird für viele Produkte benötigt und daher wird der Energiebereich vermutlich bald diesen immer teuerer werdenden Rohstoff „vermeiden müssen“.

Konkrete Energietipps

Hans Ritt betonte, dass einige wenige Tipps schon helfen richtig Geld zu sparen:

Jede Heizung verbraucht Strom durch die Heizungspumpe: Eine alte Pumpe verursacht mind. 100 € Stromkosten im Jahr, neue Hocheffizienzpumpen kosten jährlich weit unter 20 € an Strom. Für Heizungs- und Warmwasserleitungen, die durch ungeheizte Räume verlaufen, schreibt der Gesetzgeber eine Dämmung vor. Auch bei Leitungen in beheizten Räumen empfiehlt sich eine Isolierung. Der Aufwand, eine solche Dämmung nachträglich anzubringen, beziehungsweise zu erneuern, ist vergleichsweise gering, spart bares Geld und teure Heizenergie. Schlecht eingestellte Heizsysteme verursachen unnötig hohe Kosten und sind anfällig für schwerwiegende Schäden. Wer seine Heizung regelmäßig vom Fachmann warten lässt, spart erhebliche Heizkosten. So stellt man beispielsweise die Vorlauftemperatur des Heizwassers richtig ein, was in vielen Gebäuden nicht optimal geregelt ist. Gerade beim Thema „richtiges Lüften“ kann man intelligent die Themen Schimmelpilzbefall und falsche Belüftung angehen, wie Ritt ausführte. Das Vermeiden von Kältebrücken in den Räumen und optimale Isolierung ist ebenso ein Bereich wo es sich lohnt, Engagement zu verwenden, so Ritt.

Der örtliche Energy Scout hilft

Der Energy Scout Ralf Zierer informierte, dass der Landkreis Straubing-Bogen im Jahre 2009 die Auszeichnung "Bioenergie-Region" vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erhalten hat. Die Information und Beratung der Bürger übernehmen sog. "Energy-Scouts". Die Scouts setzen sich intensiv für den Ersatz fossiler Brennstoffe ein. Im Falle der Gemeinden Straßkirchen und Irlbach hat diese Funktion Ralf Zierer übernommen. Zierer ist hauptberuflich beim Caritasverband in der Energieberatung für bedürftige Familien eingebunden. Er betonte, dass ausschließlich hier ein kostenloses Energiesparpaket im Wert von über 70 Euro - gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit - ausgegeben wird. Ralf Zierer hat einen Energie-Koffer mit Messgeräten für seine Tätigkeit erhalten. Alle Energiescouts sind qualifiziert als kostenlose Ansprechpartner vor Ort zum Thema Energiesparen und für den Ersatz fossiler Brennstoffe tätig zu werden. Entsprechendes Infomaterial werde ausgegeben und Initialberatungen durchgeführt.

Der Energieexperte und Kaminkehrermeister Hans Ritt stellte das enorme Einsparpotential in den "eigenen vier Wänden" dar. Der Energiekoffer des Energy Scouts und entsprechendes Gerät kann kostenlos gegen Pfandhinterlegung vor Ort ausgeliehen werden. von links: Energy Scout Ralf Zierer, Bauphysiker Dietrich Hinz, Kaminkehrermeister Hans Ritt und Jugendbeauftragter Christian Hirtreiter jeweils mit wichtigen einfachen Gerätschaften: von links eine Infrarotthermometer und ein Strommessgerät

Bericht und Bild: Dr. Christian Hirtreiter

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