24.10.2013
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Henrik Dörfler siegte beim Jugendtagsturnier 2013

Henrik Dörfler siegte beim Jugendtagsturnier 2013

Henrik Dörfler siegte beim Jugendtagsturnier 2013

Wissenswettbewerb beim Tag der Jugend im Straubinger Tiergarten – Erleben, echter lebendiger Tiere stand im Vordergrund

Straubing: Am Samstag, den 12. Oktober 2013 war es soweit – es ging unter dem Motto „Blick hinter die Kulissen“ in den herbstlichen Straubinger Tiergarten. Im Rahmen des seit zehn Jahren vom Straßkirchner Jugendbeauftragten Christian Hirtreiter organisierten Tags der Jugend war auch 2013 einiges geboten. Bei einer Führung durch den Biologen und ehemaligen Zoopädagogen Dr. Martin Werneyer konnten die jugendlichen Teilnehmer die Zootiere hautnah erleben und so einen Blick hinter die Kulissen des Zoos und der neuen Gehege werfen. Zuerst befassten sich die begeisterten Teilnehmer in der Straubinger Zooschule mit dem Gebiss des Tigers und lernten den Unterschied von Gehörn und Geweih kennen. Es standen bei dem Zootag als Programmpunkte nicht nur das neue Tigergehege und eine detaillierte Führung durch die ehemals heimische Tierwelt –wie den Wiesent (europäisches Wildrind)- auf der Tagesordnung. Sondern es war auch ein Einblick in die spezielle Unterwasserwelt der Donau eingebunden. Das Wiesent als größtes Tier im Straubinger Zoo wurde in diesem Jahr im nordrhein-westfälischen Rothaargebirge durch eine Wisentherde wieder angesiedelt. Damit leben nun erstmals seit einem halben Jahrtausend wieder freilebende Wisente auf dem Gebiet des heutigen Deutschland. Mit der pädagogischen Betreuung von Dr. Martin Werneyer entdeckten die Jugendlichen hautnah die Tierwelt, wie man sie selten dargestellt erhält. Die Faszination an der Tierwelt zu wecken und den Wert der heimischen Nutztiere zu entdecken, war ein Hauptanliegen des engagierten Biologen Dr. Werneyer, der auch Vorsitzender der Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) ist. In handlungsorientierter Weise machte er die Lebenswelt der einzelnen Tierarten begreifbar. Die Fläche des neuen Tiger-Freigeheges ist im Vergleich zum alten fast verdreifacht, indem die bestehende Anlage mit den benachbarten Gehegen zusammengelegt wurden, so Dr. Werneyer. Dasselbe betrifft das gegenüberliegende Yak- und das ehemalige Esel-Gehege. Angelehnt an das mittelasiatische Verbreitungsgebiet des Yaks sind Stupas, Gebetsfähnchen und ein Rahmen mit Gebetsmühlen Zoobestandteile, die für eine fremdländische Stimmung sorgen.

Das Internetzeitalter ist geprägt durch eine zunehmende Entfremdung von der Natur daher erfüllt insbesondere der zoopädagogische Dienst die wichtige Aufgabe den Bezug zur Natur aufrecht zu erhalten. Ganz nach dem Motto „Nur was man kennt, kann man lieben und möchte man schützen“ ist der Tiergarten ein Mittler zwischen Tier und Mensch.

Dr. Werneyer informierte über ökologische Zusammenhänge und den Wert natürlicher Lebensräume für unsere eigene heimische Lebensqualität. Das Erleben echter, lebendiger Tiere mittels aller fünf Sinne zu verknüpfen und so Informationen auf besonders spannende und nachhaltige Weise zu vermitteln, war ein Hauptziel. Gerade durch die Donaunähe ist Straubing quasi als Stadt am Fluss mit dem Donaustrom verknüpft. Während der Führung wurde ein eindrucksvolles Licht auf die existentielle Bedeutung des Wassers als Lebensquelle aber auch als Lebensraum für seltene Fische geworfen. Der Huchen auch "Donaulachs" genannte Raubfisch ist ein wahrer Gigant in der Unterwasserwelt im Straubinger Tiergarten und gilt nicht umsonst als König der Alpenflüsse. Leider sind die erhabenen Fische in Mitteleuropa mittlerweile selten geworden. Der Erhalt der Bestände in der Donau und ihren Zuflüssen ist zum großen Teil von Zuchtmaßnahmen und künstlichem Besatz abhängig. Daher erläuterte Dr. Werneyer gerade diese gefährdete Fischart ausführlich. Mit einer maximalen Länge von mehr als anderthalb Metern und einem Höchstgewicht von über einem Zentner ist der Huchen eine der größten Süßwasserfischarten in Europa. Dort, wo sie vorkommen, sind diese mächtigen Raubfische oftmals die Herrscher ihres Lebensraums. Kiloschwere Friedfische zählen zu ihren Beutetieren. Der Huchen geht allerdings nur zu bestimmten Zeiten auf Beutezug. Mit Begeisterung fütterten die jungen Besucher unter fachkundiger Anleitung durch zwei Tierpfleger Kamele und Pelikane.

Das Programm wurde in Kooperation mit der VR-Bank Landau durchgeführt. Im Straubinger Restaurant Arcaverde (ehemals Mooshäusl) konnten die bestplazierten Teilnehmer des abschließenden Wissenswettbewerbs Hendrik Dörfler (1. Sieger), Andreas Pflieger (2. Sieger) und Betz Sebastian (3. Sieger) ihre Urkunden und die Siegerpreise erhalten. Auf Platz 4 und 5 folgten Daniel Weinfurtner und Valentin Ederer.

Die Finanzierung des Tags hatte dankenswerterweise die VR-Bank Landau mit einer Spende von 400 Euro übernommen.

 

Die Organisatoren mit den Erstplazierten des Wissenswettbewerbs:

Von rechts: Hendrik Dörfler, Andreas Pflieger, Valentin Ederer, VR-Bank-Bereichsleiter Josef Schöfbeck, Sebastian Betz, Dr. Martin Werneyer, Daniel Weinfurtner, Jugendbeauftragter Christian Hirtreiter,

Die Jugendlichen durften nicht nur theoretisch Wissen über die Tierwelt ansammeln, sondern konnten auch praktische Kunstfertigkeiten erlernen und einüben – ob ihnen das Füttern von Tieren auch gelingt, wurde sowohl bei den Kamelen (hier im Bild) als auch bei den Pelikanen mit Fischen ausprobiert

Bilder und Bericht: Dr. Christian Hirtreiter

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