01.03.2017
0 Bewertungen Rating
Schriftgröße

Infoabend zum Thema Stress

--Andreas Dandorfer berichtet zu Lösungsmöglichkeiten bei psychischen Belastungen--

Einmal jährlich wird von einem der beiden Straßkirchner gemeindlichen Kindergärten ein öffentlicher Informationsabend zu einem aktuellen Themenfeld organisiert. Nachdem im Jahr 2016 die Notfallhilfe bei Kleinkindern thematisiert wurde, referierte im Februar 2017 der Regensburger Theologe Andreas Dandorfer im Straßkirchner Pfarrheim St. Stephanus zu dem immer wichtiger werdenden Themenbereich "Stress in der Familie". Mit seinem plakativen Vortrag über Stress bei Eltern und Kindern zog Pastoralreferent Andreas Dandorfer von der Katholischen Elternschaft der Diözese Regensburg alle Zuhörer in seinen Bann. Beim diesem Elternabend des Kindergartens St. Martins im Pfarrheim hatten sich viele Eltern eingefunden und hörten aufmerksam den Erklärungen und Tipps des Referenten zu.

"Haben Sie heute schon Stress gehabt?" Andreas Dandorfer kennt sich als Berufstätiger und Vater von zwei Kindern bestens mit den Begriffen Familien- und Arbeitsstress aus und startete den Infoabend mit einer Frage an das Publikum. Zu Beginn seines Vortrages erklärte er zunächst einmal, was man unter Stress versteht. Wenn man etwas tun müsse und dabei die Befürchtung habe, es nicht zu schaffen, entstehe eine Stresssituation. Diese könne, wenn das Chaos überhandnimmt, zu Konflikten führen. Mit zahlreichen Beispielen und einer Lichtbilder-Präsentation erläuterte er Stresssituationen, vermittelte, was dabei im Gehirn abläuft und welche Auswirkungen das auf den Familienalltag haben kann.

Die Eltern wollen, dass ihr Kind glücklich und lebensfroh wird, erklärte der Referent, doch Stresssituationen hindern es daran und Faktoren wie Zeitdruck, Geld und die vielen Richtungen, in die sich das Kind wenden kann, führen zu einem Chaos. Daher brauchen Kinder eine Spur an die sie sich halten können sowie Hilfe und Unterstützung. Die Eltern allein können den ganzen Zusammenhang überblicken, das Kind sehe nur einen Teilausschnitt und leide bei Misserfolg. Hier sei es wichtig, dass die Eltern das Kind nicht schimpfen, sondern es trösten und gemeinsam mit ihm versuchen, die Herausforderung zu lösen. Dandorfer stellte auch die beiden Arten von Stress: positiver und negativer Stress vor.

Als „positiver Stress“ bzw. Eustress werden diejenigen Stressfaktoren benannt, die den menschlichen Organismus zwar beanspruchen, sich aber positiv auswirken. Positiver Stress erhöht die Aufmerksamkeit und fördert die maximale Leistungsfähigkeit des Körpers, ohne ihm zu schaden. Dieser positive Stress tritt beispielsweise auf, wenn ein Mensch zu bestimmten Leistungen motiviert ist, dann Zeit und Möglichkeiten hat, sich darauf vorzubereiten oder auch wenn eine Krisensituation oder Krankheit dennoch positiv angegangen, bewältigt und überwunden werden kann. Im Resultat können sogar Glücksmomente empfunden werden. Eustress wirkt sich gegebenenfalls auch bei häufigem, längerfristigem Auftreten positiv auf die psychische oder physische Funktionsfähigkeit von menschlichen Organismen aus. Dandorfer skizzierte aber auch den "negativen Stress".

Stress wird erst dann negativ empfunden, wenn er häufig oder dauerhaft auftritt und körperlich und/oder psychisch nicht verarbeitet oder neutralisiert werden kann und deshalb als unangenehm oder überfordernd gewertet wird. Insbesondere können negative Auswirkungen auftreten, wenn der einzelne Mensch keine Möglichkeit zur Bewältigung der Situation sieht oder hat. Dandorfer skizzierte anhand von charakteristischen alltäglichen Situationen, welche auch mit Filmsequenzen erläutert wurden, die Ausgangsituation in manchen Familien.

Dandorfer ging auch auf die Emotionen und das Fluchtverhalten der Kinder ein. Wichtig seien stabile Werte, wie die Überzeugung, dass man etwas kann sowie das Selbstwertgefühl, das helfe, Stress zu überstehen. Am Schluss überreichte die Kindergartenleiterin Regina Hackl dem Referenten ein kleines Dankeschön für den interessanten und ausführlichen Vortrag.

Der studierte Regensburger Theologe Andreas Dandorfer (rechts) informierte die interessierte Zuhörerschaft nicht nur über die Stressauswirkungen sondern auch über die Bedeutung von Stressoren. von rechts im Bild: Andreas Dandorfer, Elternbeiratsvorsitzende Tanja Altmann, Kindergartenleiterin Regina Hackl und Bürgermeister Christian Hirtreiter

Ist dieser Artikel für Sie hilfreich?