06.09.2013
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Kombiklasse an der Grundschule Straßkirchen 2013/14

Kombiklasse an der Grundschule Straßkirchen 2013/14

Leserbrief von Bürgermeister Grotz im Straubinger Tagblatt

Leserbrief zum Artikel : „Alle Proteste und Bitten vergeblich“ wegen der Bildung einer Kombiklasse an der Grundschule Laberweinting am Freitag, 19. Juli 2013-07-21.

Im genannten Artikel wird berichtet, dass Schulamtsdirektor Müller und CSU-MdL Zellmeier auf die bestehende Gesetzeslage verweisen, die ab einer bestimmten Schülerzahl die Bildung von jahrgangskombinierten Klassen  vorschreibe; dabei wird auf §32 des BayEUG verwiesen.

Der §32, Art. 2 Bay EUG lautet: „An Grundschulen sind Jahrgangsklassen zu bilden oder zwei Jahrgangsklassen in einer Klasse zusammenzufassen“. Im Gesetz wird also die Bildung von Kombiklassen wegen geringer Schülerzahlen nicht vorgeschrieben. Dies kann allenfalls aus dem „Kultusministeriellen Schreiben“ (KMS) vom 24.04.2013 geschlossen werden evt. auch in Verbindung mit der Stundentafel für die Grundschulen:

Laut KMS beträgt die Mindestschülerzahl im Grundschulbereich 13 Schüler und den Schulamtsbezirken werden 1,3155 Lehrerstunden pro Schüler zugewiesen; reichen diese Stunden nicht aus, so sind Jahrgangsübergreifende Klassen zu bilden. An welchen Orten dies erforderlich ist, entscheidet das Schulamt; im Schuljahr 2013/2014 wird dies an 18 Grundschulen der Fall sein, in diesem Schuljahr sind 12 Schulen betroffen.

Auch für die Grundschule Straßkirchen hat das Schulamt im kommenden Schuljahr eine „Kombiklasse“ angeordnet. Dies ist aus meiner Sicht durch nichts zu rechtfertigen.

Im Schuljahr 2013/2014 werden an der Grundschule Straßkirchen 42 Schüler die Jahrgangsstufe 1, 35 Schüler die Jahrsgangsstufe 2, 46 Schüler die Jahrgangsstufe 3 und 32 Schüler die Jahrgangsstufe 4 besuchen. Würden in allen vier Jahrgangsstufen Parallelklassen gebildet, so würde in keiner Klasse die Mindestschülerzahl unterschritten.

Für die Bildung von acht Klassen wären aufgrund der Stundentafeln 208 Lehrerstunden erforderlich. Aufgrund der Lehrerstunden pro Schüler (1,3155 laut KMS) könnten der Grundschule Straßkirchen 204 Lehrerstunden zugeteilt werden. Es fehlen also lediglich vier Lehrerstunden zur Gründung paralleler Klassen. Bei Bildung von Jahrgangsklassen wären dies zwei erste Klassen mit je 21 Schülern, zwei zweite Klassen mit 17 bzw. 18 Schülern,

zwei dritte Klassen mit je 23 Schülern und zwei vierte Klassen mit je 16 Schülern

Bei Bildung einer Kombiklasse (Jahrgangsstufe 1/2) und damit nur sieben Klassen an der Grundschule Straßkirchen verbleiben dem Schulamt 14 Lehrerstunden zur Verteilung an andere Schulen im Schulamtsbezirk. Die Schülerzahlen betragen dann 23 Schüler in der Kombiklasse 1/2, 27 Schüler in der Jahrgangsklasse 1 und 27 Schüler in der

Jahrgangsklasse 2.

Aus meiner Sicht gibt es nur eine Begründung für die Bildung einer Kombiklasse an der Grundschule in Straßkirchen: die verfehlte Bildungspolitik der bayerischen Staatsregierung.

Ministerpräsident, Kultusminister sowie dessen Staatssekretär und Vertreter der Regierungsparteien sprechen von einer Bildungsoffensive in Bayern und zusätzlichen Mitteln für den Bildungssektor; aber in der Realität scheitern Jahrgangsklassen an 4 Lehrerstunden und andererseits stehen gut ausgebildete Lehrer auf der Straße.

Laut dem obigen Artikel spricht der Vertreter des Schulamtes von großen Vorzügen der Kombiklassen. Liest man bei „wirklich großen“ Pädagogen nach, so findet man auch große Vorzüge von Jahrgangsklassen.

Eduard Grotz

1. Bürgermeister, Schulverbandvorsitzender

Gemeinde Straßkirchen

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