29.11.2017
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Korbflechten – mehr als einfaches Handwerk

Der Straßkirchner Obst- und Gartenbauverein organisiert alljährlich -seit mittlerweile genau 10 Jahren- einen Flechtkurs. Am vergangenen Wochenende entstanden so unter Organisation der Vereinsvorsitzenden Brigitte Kiendl nicht nur Körbe, sondern auch zeitlose Dekorationsobjekte wie Wichtel und andere "Gesellen". Die Weide eignet sich seit altersher für verschiedene Anwendungen.

Korbflechten – mehr als einfaches Handwerk

Der Straßkirchner Obst- und Gartenbauverein organisiert alljährlich -seit mittlerweile genau 10 Jahren- einen Flechtkurs. Am vergangenen Wochenende entstanden so unter Organisation der Vereinsvorsitzenden Brigitte Kiendl nicht nur Körbe, sondern auch zeitlose Dekorationsobjekte wie Wichtel und andere "Gesellen". Die Weide eignet sich seit altersher für verschiedene Anwendungen.

Viele Bäume und Äste von Baumsorten haben über die Jahrhunderte aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften die Menschen zu bestimmten Nutzungsformen gebracht. Die Weide wurde schon vor Jahrhunderten als Nutzpflanze gezüchtet. Die gezielte Anpflanzung lässt sich schon im ersten vorchristlichen Jahrtausend nachweisen. Gerade im Mittelalter hat die Bedeutung der Weide hier zugenommen. Neben der Verwendung als Wetterschutz für das Vieh auf der Weide, war der Weidenzaun immer sehr beliebt. Für die Markierung der Grenzen, an Wasserläufen, Brücken oder an Wegen entlang wurde der schnell wachsende Baum gerne gepflanzt. Fischreusen wurden aus Weiden geflochten und Körbe aus den Weidenästen hergestellt. Das Flechtmaterial war und ist umfassend in der Möbel- und Dekorationsherstellung in Verwendung. Heutzutage ist die Weide durch die verschiedenen Kunstfaser- und Kunststoffmaterialien vielfach verdrängt worden. Jedoch ist gerade bei heimischen Bastelrunden Material aus Weiden zunehmend in Verwendung. Die traditionelle Ufer- und Böschungssicherung durch Weiden ist nur noch selten zu finden. Obwohl anstelle der Weide auch die Hainbuche oder Ahorn für diese spezielle Nutzungsform und die entsprechende Schnittpflege verwendbar wären, sind gerade die Weidenkopfformen aufgrund der Schnellwüchsigkeit und des Ausschlagvermögens begehrt. Insbesondere an kleinen Bachläufen oder in größeren Privatgeräten befinden sich Weidenbäume mit sehr ungewöhnlichen Schnittformen. Hier dienen diese als Gestaltungselemente eines individuell angelegten Gartens. Die Vermehrung von Weiden ist relativ leicht, man muss nur eine Weidenrute abschneiden und einen etwa zwei Meter langen Ast mit einem zweifingerdicken Durchmesser in den Boden stecken. Die Weide kann hier im zeitigen Frühjahr oder auch gleich im Herbst entsprechend gepflanzt werden. Dass sich Weidenkörbe und auch Skulpturen zunehmender Beliebtheit erfreuen, hat auch den Straßkirchen Obst- und Gartenbauverein dazu gebracht regelmäßige Weidenflechtkurse zu organisieren. Gerade selbst gebastelte „Kunstwerke“ sind hier das Objekt der „Flechtkünstler“. Neben Wichteln, Körbchen und Obstkörben entstehen hier unter Verwendung von sonstigem Bastelmaterial schon sehr ungewöhnliche Figuren, wie der abgebildete Zwerg mit roter Mütze.

Gerade die Weidenbäume sind durch ihr relativ schnelles Wachstum und die charakteristische Baumform, nach regelmäßigem Schnitt, vielen bekannt. Auch in den heimischen Gärten im Gäuboden stehen vielfach Weiden.

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