29.11.2011
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Kunstwettbewerb und Kunstausstellung in Straßkirchen

Kunstwettbewerb und Kunstausstellung in Straßkirchen

Festrednerin Prof. Dr. Julia Lehner bei der Eröffnung: „Kunst verbindet“ - Beachte Link zu Bildern am Ende des Artikels

Straßkirchen: Auf Initiative von Jugendbeauftragten Christian Hirtreiter fand in Zusammenarbeit mit der örtlichen Grund- und Mittelschule am Sonntagvormittag, 27.11.11, die Eröffnung der Straßkirchner Kunstausstellung aller örtlichen Künstler in der örtlichen Schulaula statt. Eingebunden war auch die Preisverleihung des Jugendkunstwettbewerb zum Thema „Mein Heimatort“. 190 Jugendliche hatten sich beteiligt. 31 Preisträger wurden ausgewählt. Eingeladen zu der Eröffnung waren neben ausgewählten Honoratioren auch die Eltern der Preisträger. Festrednerin Prof. Dr. Julia Lehner konnte mit einer fulminanten Rede alle 175 geladenen Gäste begeistern.

Die Straßkirchner Künstler wollen mit ihrem Engagement die Bevölkerung und vor allem die Jugend an die Kunst als Ausdruck der eigenen Kreativität und Form der Selbstverwirklichung heranführen. Ingrid Faltermeier, Erna Tschischke (anstelle des Ehemanns), Maria Lorenz, Wilhelm Schlecht, Heide Haufellner, Maria Thurner, Mellissa Faltermeier, Ralf Zierer, Julia Rach und Claudia Hirtreiter stellen jeweils 3 ausgewählte exzellente Werke aus ihren Schaffensgebieten aus. Höhepunkt der Ausstellungseröffnung war die Festrede der Nürnberger Kulturreferentin Prof. Dr. Julia die auch die Ehrung der Preisträger des Kunstwettbewerbes vornahm. Über vier Monate hinweg hatten sich über 190 Jugendliche und Schüler beteiligten.

Kunst verbindet

„Kunst verbindet", sagte die Nürnberger Kulturreferentin und bayernweit renomierte Honorarprofessorin der ältesten deutschen Kunstakademie in Nürnberg. "In vielen kulturellen Bereichen wird Schwerstarbeit geleistet, um nach vorne zu kommen und die Bildung der Jugend zu erhöhen“, so Lehner. Lehner sieht in der Kunst einen elementaren Bestandteil unserer Bildung und insbesondere des Lebensgefühls bestätigt. Nach der Promotion zum Dr. phil. und langer Lehrtätigkeit wurde Julia Lehner 2000 Honorarprofessorin an der Akademie für Bildende Künste Nürnberg, wo sie noch heute engagiert tätig ist. Julia Lehner schuf in ihrer fesselnden Rede einen Spannungsbogen über die verschiedenen Stilrichtungen und führte das Publikum auf einer gedanklichen Reise durch die vielfältigen Facetten von Kulturschaffen. Sie ging aber auch auf die Situation in der bayerischen Bildungslandschaft ein. „Für unsere Kinder und Jugendlichen lohnt sich jede Mühe, gemäß der Bayerischen Verfassung soll die Bildung nicht nur Wissen und Können, sondern auch ihr Herz und ihr Charakter zum Ziel haben“, so die Hochschullehrerin. Lehner betonte: „Ohne Kultur hätte die Bildung keinen Inhalt und ohne Bildung könnte Kultur nicht geschaffen und nicht wahrgenommen werden.“ Lehner äußerte sich auch zu der raschen Entwicklung in der Gesellschaft und zum täglich erlebten Umbruch: „Wir leben in einer Wissensgesellschaft, das heißt, dass noch nie eine Gesellschaft so informiert war, wie die heutige. Tagtäglich werden wir mit einer Fülle von Informationen konfrontiert, die zuerst ohne jede Gewichtung, auf jeden einzelnen zukommt. Informationen sind aber nicht identisch mit Wissen, sie bilden lediglich den Rohstoff dafür. Gerade daher wachsen die Herausforderungen für den Bildungsbereich zunehmend.“, so die engagierte Professorin.

„Ernst ist das Leben, Heiter die Kunst“

Jugendbeauftragter Christian Hirtreiter zitierte Friedrich von Schiller „Ernst ist das Leben, heiter die Kunst“ und bekräftigte, dass man nicht nur Freude durch Kunstschaffen erlangen könne, sondern auch die Möglichkeit habe durch künstlerisches Arbeiten sich selbst zu verwirklichen. Gerade für die Jugend sei es wichtig aktiv zu sein und nicht nur passiv zu konsumieren. Durch die Kunstausstellung und den Jugendwettbewerb soll ein verstärktes Engagement für den Heimatort angestoßen werden, denn der gerade das Maß an „sozialer Dichte“ sei ein entscheidender Standortfaktor in der sich rapide entwickelnden Welt.

Er bedankte sich für das ausgezeichnete Zusammenwirken verschiedener Institutionen um den Jugend-Wettbewerb und die Ausstellung zu realisieren.

Der Straßkirchner Konrektor Martin Mühlbauer betonte den Wert eigenen Kunstschaffens für die Entwicklung von Schülerinnen und Schülern. Die Teilnahme am Kunstwettbewerb „Mein Heimatort“ sollte alle Schülerinnen und Schüler aus Strasskirchen bewegen selbst künstlerisch tätig zu werden und mit Kreativität ein Kunstwerk zu gestalten. Konrektor Martin Mühlbauer und Schulamtsdirektor Johannes Müller betonten das hohe Engagement auch der Lehrerschaft um dem Bildungsauftrag gerade im kreativen Bereichen zu erfüllen.

31 Preise vergeben

In der Jahrgangsstufe 1 wurden Sofie Gritsch, Isabell Reuter, Bastian Penzkofer, Karla Ring

und Lena Selmer ausgezeichnet. Lena Masanetz, Rebecca Seidl, Moritz Wolf, Lucia Beinkofer, Ronja Rommersberger und Luisa Soller erhielten die Siegerpreise im der 2. Jahrgangsstufe. Bei den Jahrgangsstufen 3 und 4 waren Lukas Karthe, Pauline Greiner, Andreas Pflieger, Nico Dietrich, Leon Kaatz, Martina Lach, Tobias Hägele, Jessica Kaiser und Maya Ring die Preisträger. In der Klasse 5 siegte Lea Dietl gefolgt von Florian Gegenfurtner und Sebastian Raab. In der 6. Jahrgangsstufe konnten Roman Beinkofer, Simon Sponsel, Julia Dietl, Lena Hallermeier, Julia Kammerl, Tobias Speicher und Nico Wolf die besten Kunstwerke gestalten. Die Jury erkannte der Ethikklasse mit ihrer Lehrerin Maria Wessenberg für eine Collage zum Thema „Heimat“ einen Sonderpreis zu. Alle Preisträger erhielten einen Sachpreis und einen Büchergutschein.

Die Sparkasse Niederbayern-Mitte unterstützte diesen Wettbewerb und die Kunstausstellung großzügig. Sparkassenfilialleiter Georg Wenninger bekräftigte, dass man insbesondere bei den Gemälden die dargestellte Faszination von der eigenen Heimat deutlich erkennen kann. Für Filialleiter Georg Wenninger war die Vorgängerveranstaltung 2006 der Beginn seines beruflichen Wirkens in Straßkirchen. Die Kunstausstellung und der Kunstwettbewerb sollen die heimatliche Gemeinschaft fördern und auf örtliche Potentiale hinweisen, sowie der Jugend vorbildliches Kunstschaffen als Möglichkeit auch der sinnvollen Freizeitgestaltung vorstellen

Bei den ausgestellten Landschaftsgemälden kann man die geheimnisvolle Glut und brillante Leuchtkraft der Farben in Verbindung mit der dargestellten Faszination von der eigenen Heimat deutlich erkennen. Bei den ausgestellten Kunstwerken der 11 Künstler sind bis zum letzten Farbakzent die Stimmungen in den Kunstwerken erfühlbar. Abhängig von verschiedenen Motiven und der bayerischen Landschaft wird nicht nur fotografisch fixiert, sondern es werden Stimmungen und Empfindungen eingefangen und vermittelt. Die Bedeutung von Bildaufbau und Proportionen, Perspektive, Farb- und Schattengebung werden durch den Künstler aufgenommen und für den Betrachter verständlich gemacht. Das Malen der Natur und der heimatlichen Landschaft ist eines der Hauptanliegen im Schaffen aller Straßkirchner Künstler. Die Umgebung von Straßkirchen bietet dafür eine große Anzahl reizvoller Möglichkeiten. Als eigenständige und wertvolle Kunstwerke haben die Landschaftsaquarelle aus dem Gäuboden und dem Bayerischen Vorwaldbereich im Rahmen von zahlreichen Studien eine deutliche Aufwertung über die Jahre erfahren.

Schwerpunkt der Ausstellung sind Landschaftsgemälde in deren Gestaltung sich Kraft und Vision vereinigt. Diese Mischung zweier in absolut irrationalem Zusammenhang stehenden Impulsen ergibt die intensiv wirkenden Bilderzyklen, welche durch ihr Licht- und Farbenspiel den Betrachter beeindruckend einzufangen verstehen. Daneben sind auch eine orientalische Großkrippe von Willhelm Schlecht und Tonskulpturen ausgestellt.

Die musikalische Umrahmung der Festveranstaltung hatten Marlene Löw und Pauline Greiner am Klavier übernommen. Die Ausstellung der Preisträgerbilder und der Kunstwerke der Straßkirchner Künstler ist kostenlos zugänglich.

Bericht und Fotos: Dr. Christian Hirtreiter

Weitere hervorragende Bilder von Frau Ingrid Faltermeier auf folgendem Link:

http://www.ingrid-faltermeier.de/strasskirchen2011/index.htm

Foto Kunstausstellung 2011-1

Der Jugendkunstwettbewerb „Mein Heimatort“ mit über 190 Beiträgen war ein Erfolg. Im Bild die Sieger der jeweiligen Altersgruppen bei der Preisverleihung mit Jugendbeauftragtem Christian Hirtreiter (links) und Prof. Dr. Julia Lehner (3. Reihe, rechts).

Foto Kunstausstellung 2011-2

Alle Straßkirchner Künstler organisierten gemeinsam eine Kunstausstellung mit Kunstwettbewerb. Die Künstler bei der Ausstellungseröffnung mit den Ehrengästen.

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