06.05.2014
0 Bewertungen Rating
Schriftgröße

Maibaumaufstellen ist eine Gemeinschaftsaktion

Maibaumaufstellen mit Maifest am 1. Mai unter weiß-blauem Himmel

Paitzkofen: Viele Hände waren beteiligt, sodass auch 2014 das Maibaumaufstellen mit anschließendem Maifest wieder ein großartiger Erfolg wurde. Bereits Tage zuvor haben die Paitzkofner Männer die aus dem Wald geholte, entastete und entrindete stattliche Fichte intensiv bewacht. Denn vor allem das Stehlen des Maibaumes ist ein gerne ausgeübter Brauch der jungen Burschen aus Paitzkofen, daher war gerade deshalb eine besondere Achtsamkeit in der Nacht vor dem Aufstellen erforderlich. Dieses Jahr war aber keine Gefährdung aufgetreten. Mit dem Maibaum als Frühjahrs- oder Fruchtbarkeitssymbol wird die alte Tradition und das dörfliche Miteinander gepflegt.

Die geschmückten Kränze wurden von den Frauen vorbereitet. In bewährter Technik wurde der Maibaum von den Männern in gemeinsamer koordinierte Arbeit unter dem Kommando erfahrener Männer aufgestellt. Der Maibaum wurde mit Hilfe langer Stangenpaare aufgestellt. Das Aufstellen erfolgt mit jeweils zwei Stangen, die von je zwei Männern gegen den Baum gedrückt werden. Es vergehen durchaus zwei Stunden bis der Baum ordentlich steht.

Die Tradition einen Maibaum aufzustellen geht nachvollziehbar bis ins 16. Jahrhundert zurück. Seit dem 18. Jahrhundert ist der Maibaum in bayrischen Dörfern Symbol für Selbstbewußtsein in freien Gemeinden.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Maibaum fester Bestandteil vieler südbayrischen Gemeinden und Städte. Dabei kommt es oftmals auch auf den größten und schönsten Baum an. Höhen über 30 Meter sind keine Seltenheit. Der Maibaum wird mancherorts mit Rinde aufgestellt. Im Oberland ist er geschält und weiß/blau angestrichen. Mit dem 1. Mai begann schon bei den Kelten das Sommerhalbjahr, das vor allem durch Fröhlichkeit, Wärme, Feste und Feiern gekennzeichnet war.

Viele Männer des Ortes sind erforderlich um den Baum in einen senkrechten Stand zu bringen. Dabei dürfen unter keinen Umständen technische Hilfsmittel herangezogen werden. Gemeinschaftssinn ist insbesondere bei der Aufstellung des Baumes in dem kleinen Gäubodendorf Paitzkofen von größter Wichtigkeit.

Die Bürger von Paitzkofen haben im Dezember 2013 nun bereits zum 14. Mal eine Dorfweihnacht organisiert, dieses Jahr wird auch zum 50. mal ein Sonnwendfeuer veranstaltet und die dörfliche Gemeinschaft ist auch in allen Bereichen in Paitzkofen ein hohes Gut. Im Straßendorf Paitzkofen waren also auch am Maifeiertag fast alle Ortsbewohner auf den Beinen um ab 10 Uhr früh bei der Traditionspflege dabei zu sein. 1978 wurde die Gemeinde Paitzkofen im Zuge der Gebietsreform aufgelöst und Paitzkofen der Gemeinde Straßkirchen eingegliedert. Das Vereinsleben in den beiden Ortsvereinen der Feuerwehr und dem Eisstockverein blüht. Der Zusammenhalt der Ortsgemeinschaft ist beispielhaft. Bis heute prägen Dreiseithöfe das Ortsbild. Besonderes Engagement in einem niederbayerischen Dorf mit nicht mal 200 Einwohnern war auch in diesem Jahr beim Maibaumaufstellen zu sehen.

Bericht und Bilder: Bürgermeister Dr. Christian Hirtreiter

Impressionen beim Paitzkofner Maibaumaufstellen

Foto vom aufgestellten Maibaum mit dem Straßkirchner Gemeindewappen, dem Landkreiswappen und je dem Emblem der beiden Ortsvereine Feuerwehr und Eisstockverein







Ist dieser Artikel für Sie hilfreich?