16.01.2011
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Reiseziele fernab touristischer Zentren

Informationsabend beim Bauwagen Straßkirchen über „Prag – die Metropole an der Moldau“

Straßkirchen. Bei einem Lichtbilderabend (27.11.10) der freien Jugendgruppe „Bauwagen Straßkirchen“ stellte Jugendbeauftragter Christian Hirtreiter mit seinem Vortrag „Prag – die Metropole an der Moldau“ den ersten Teilabschnitt seiner diesjährigen Sommerreise nach Osteuropa vor.

Hirtreiter ging nicht nur auf die Sehenswürdigkeiten ein, sondern stellte auch die Situation der Bewohner, wie er sie bei dienstlichen Aufenthalten und mehreren früheren Reisen kennen gelernt hat, dar. Ein Schwerpunkt der Ausführungen war es die monumentalen und kulturellen Schönheiten näher zu bringen.
Wenn man zu Zeiten der kommunistischen Diktatur in der tschechischen Hauptstadt Prag war, so werde man staunen, so der Referent, das neue Prag ist bunt und freundlich geworden insbesondere seit den Großrenovierungen. Straßencafés, Kneipen und Bistros haben die Stadt außerordentlich attraktiv gemacht - auch für Genießer, die individuell unterwegs sind wird in der Moldaumetropole einiges geboten.
Der Altstädter Ring, das jüdische Viertel Josefov, und der Wenzelsplatz erstrahlen in neuem Glanz. Am Altstädter Ring reihen sich bunte Souvenirstände aneinander und lassen die frühere Weitläufigkeit dieses Platzes ein wenig verblassen. Über die nächtliche Karlsbrücke, wo zahlreiche Straßenkünstler und -musikanten für Unterhaltung sorgen, zu schlendern bietet eine besondere Atmosphäre. Von dieser
neu restaurierten Brücke aus bieten die beleuchteten historischen Gebäude stimmungsvolle Aussichten und es wird klar, dass die "Goldene Stadt" an der Moldau nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat. Wer an Prag denkt, denkt an die Karlsbrücke, den Wenzelsplatz und den Hradschin (Burgberg Prags). Orte, die in jedem Reiseführer beschrieben sind. Doch es gibt auch lohnenswerte Plätze abseits der großen Pfade, so der Referent. Vor allem der Garten des Waldsteinpalais lohnt während der Sommermonate einen Abstecher, schon allein der herrlichen Bronzefiguren des Niederländers de Vries wegen. Doch auch Königspalast und Veitsdom sind beeindruckend. Besonders erwähnt wurde das „GoldeneGässchen“,


wo Häuser wie Puppenstuben an der Burgmauer kleben. Auch der berühmte Schriftsteller Franz Kafka wohnte eine Zeitlang hier. Die Tschechische Republik und die Slowakische Republik sind Binnenstaaten. Doch die großen Wasserströme beeinflussten über Jahrhunderte die Entwicklung. Die Hauptflüsse in Böhmen sind die Elbe und die Moldau. In Nordmähren und Schlesien die Oder und die Oppa. Im West- und Mittelteil der Tschechischen Republik befinden sich das Böhmische Hochland, das vorwiegend durch Hügel geformt ist, und die Mittelgebirge: Böhmerwald, Erzgebirge, Riesengebirge, Adlergebirge, Gesenke. Die Wälder, überwiegend aus Nadelbäumen bestehend, nehmen über ein Drittel der Staatsgebiete ein. Aber derartige Reisen auf eigene Faust seien sicherlich keine Luxusreisen, gab der Referent zu bedenken. Bei der Reise musste aufgrund einiger Schwierigkeiten vom Automobil zur Bahn gewechselt werden, was sicherlich dem ganzen Reiseverlauf eine neue Wendung und auch besonders interessante Fotomotive verschaffte. Der Mitreisende Gerald Müller (Windberg) betonte, dass auch fernab der touristischen Hauptpfade Prag immer ein lohnenswertes Ziel ist. Viele Straßkirchner Familien haben ihre Ursprünge in ehemaligen deutschsprachigen Bereichen Böhmens. Die Anbindung an den östlichen Nachbarn ist daher intensiv vorhanden. Der Großvater des Referenten war während seinerMilitärausbildung am Prager Burgberg stationiert und hat immer von den Schönheiten der Moldaustadt geschwärmt. Gerade für unseren ostbayerischen Raum bietet sich der Weg in die östlichen Länder Europas mit einer neuen Perspektive an. Insbesondere in der Jugend soll über die
Grenzen hinweg Kontakt herrschen, damit ein kennen und verstehen für andere Länder geschaffen wird. Es ist wichtig, die Geschichte der östlichen Nachbarn ein wenig zu kennen, um diese Menschen besser zu verstehen, gerade jetzt, wo die Einbindung Osteuropas immer mehr Wirklichkeit wird, so der Referent abschließend. Vereinbart wurde, dass die beiden weiteren Stationen: Warschau (Polen) und Riga (Lettland) bei weiteren Informationsabenden demnächst vorgestellt werden. Die Prager Altstadt zeigt sich gerade beim Blick auf den Veitsdom von seiner schönsten Seite.

Bericht Dr. Christian Hirtreiter

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