23.05.2011
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Technische Hilfeleistung wird wichtiger

Technische Hilfeleistung wird wichtiger

Einsatzübung mit Baggerschwerunfall absolviert

Straßkirchen. Die Stützpunktfeuerwehr Straßkirchen hat am Donnerstag, 19.5.2011, eine Übung „schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person an einem Bagger“ durchgeführt.

Die Technische Hilfeleistung - Abkürzung: THL - wird im Einsatzbereich der Feuerwehren immer wichtiger. THL bezeichnet einen Aufgabenbereich worunter all jene Einsätze, die sich nicht oder nicht nur auf das Verwenden von Löschmitteln bzw. die Leistung notfallmedizinischer Hilfe beschränken, zu verstehen sind. Bei dem geübten Einsatzgeschehen war ein Kleinwagen in einen Bagger gerast, sodass der Fahrer aus einer eingeklemmten Lage in dem Unfallauto zu bergen war. Dazu war das Auto zunächst unter dem Metallschild des Baggers zu entfernen. Die eingesetzten Feuerwehrkräfte konnten dank des im vergangenen Jahr neu angeschafften Mischgreifzugs schnell tätig werden. Auf Grund seines relativ geringen Gewichts kann der Greifzug auch dort verwendet werden, wo ein Fahrzeug mit einer fest eingebauten Seilwinde nicht mehr eingesetzt werden kann. Der Mehrzweckzug arbeitet nach dem Prinzip der Froschklemme. Durch betätigen des Vorschub - bzw. Rückzughebels werden Auf - oder Abschloss in Bewegung gesetzt. Hierdurch wird ein Zielobjekt gezogen oder geschoben.

Dieses Seilzuggerät hat den großen Vorteil, dass es in jeder Lage und überall im Gelände eingesetzt wird. Dabei wurden die Einsatztrupps unterstützt. Die Probe des Ernstfalls gehört zur Ausbildung dazu, daher ist es besonders erfreulich, dass man bei diesem eingeübten besonderen Unfallgeschehen tätig werden konnte. Weiterhin war es auf diese Weise möglich, den Rettungssatz beim Befreien der eingeklemmten Person zu erproben. Bei der Übung war die Autokarosserie durch den Aufprall stark verbogen, was bei einer Schulübung wichtig ist. Die Aufprallenergie wurde so kräftig zur Fahrgastzelle weitergeleitet, dass dem Dummy die Füße eingeklemmt wurden. Die Übung wurde so gestaltet, dass es nicht darum ging die eingeklemmte Person so schnell wie möglich heraus zu bekommen, sondern möglichst optimal die Versorgung der „verunfallten Person“ sicher zu stellen. Durch das Arbeiten mit schwerem Gerät (Hydraulisches Spreizgerät) ist sehr behutsames Vorgehen nötig um den Patienten nicht weiter durch unnötige Erschütterungen zu schädigen. Parallel zur Bergung wurde die Einsatzstelle gegen den fließenden Verkehr abgesichert. Im Anschluss erfolgten die Rettung der eingeklemmten Person und die sachgemäße Versorgung.

Besonderer Dank gebührte der Firma Helmut Hirtreiter auf deren Firmengelände geübt werden konnte und die das Übungsfahrzeug der Stützpunktfeuerwehr zugeführt hat. Ohne dieses Engagement wäre die Übung nicht möglich gewesen.

Bild 1: Die Feuerwehrmänner der Stützpunktfeuerwehr Straßkirchen beim „Freischneiden der verunfallten Person“ bei der Einsatzübung. Aufgrund der stark eingedrückten Fahrgastzelle gestaltete sich die Bergung mit Abschneiden des Fahrzeugdachs bei dem Kleinwagen mit der hydraulischen Rettungsschere besonders schwierig.

Bild 2: Feuerwehrmann Christian Schiller übernahm die sachgemäße Betreuung der „verunfallten Person“ bis zum Abschluss der Bergungsarbeiten bei der Einsatzübung (u.a. Abschneiden und Entfernen des Fahrzeugdachs).

Bild 3: Unter des Truppführers Martin Lazar konnte der neue Greifzug zur Bergung bei der Einsatzübung der FFW Straßkirchen eingesetzt werden.

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