Abwasser ist der Spiegel des Lebens

Beim diesjährigen Praxistag konnte Bürgermeister Christian Hirtreiter eine Reihe von Referenten und die Vertreter der Klärwerkanlagen in der Kläranlage der VG Straßkirchen in Irlbach willkommen heißen. Dieser in regelmäßigem mehrjährigem Turnus in Irlbach/Straßkirchen durchgeführte „Nachbarschaftstag“ und der regelmäßig organisierte Praxistag ist eine hervorragende Institution, so Hirtreiter. Dazu begrüßte Martin Bergner die Teilnehmer und gab einen Überblick über die umfangreichen Themenfelder, welche erörtert wurden. Die regelmäßigen Treffen wurden von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall ins Leben gerufen und finden jeweils wechselnd auf einer anderen Kläranlage statt. Der stellvertretender Bereichsleiter, Straubinger Entwässerung und Reinigung, Martin Bergner, hat die Durchführung und einen Fachvortrag im Straßkirchner Rathaus im Jahr 2025 hierzu übernommen.

Auch die zuständigen Fachbehörden sind dabei vertreten, um wichtige Informationen weiterzugeben. So nahm für das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf Daniela Bachl teil. Bürgermeister Christian Hirtreiter hieß die Gäste willkommen und äußerte sich sehr positiv zur Durchführung der Nachbarschaftstage. Ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch unter Kollegen und sei von enormer Wichtigkeit, denn gerade die praktischen Herausforderungen bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben wachsen. Die Referenten führten zu interessanten Themen wie „nicht abbaubare Rückstände im Abwasser“ ein. Sie stellten heraus, dass im Abwasser nachweisbar ist wie viele Arzneimittel konsumiert werden. Fast  alles lässt sich über das Abwasser nachweisen.

Beim einem Themenkomplex ging es vor allem um „Abwassermonitoring“. Hier wird primär nach Coronaviren, Influenza und RSV untersucht.

Während der Corona-Pandemie konnten mit diesem Verfahren sehr große Erkenntnisse über die Zahlen gewonnen werden.

Die verschiedenen Maßnahmen während Corona konnten durch die Proben aus dem Abwasser unabhängig von der Testbereitschaft der Bevölkerung bewertet werden. Auf die Toilette muss jeder mal gehen. Auch die, die sich nicht testen lassen, sodass hier verschiedene Erkenntnisse möglich waren.

Beim einem anderen Punkt ging es um die sog. 4. Reinigungsstufe. Hier werden Rückstände von Medikamenten, Spurenstoffe und Mikroplastik entfernt. Derzeit trifft es hier aktuell aber nur die großen Kläranlagen. Sollte aber die „Wasserwiederverwendung“, also die direkte Verwendung von gereinigtem Abwasser zur Bewässerung, mehr Bedeutung bekommen, wird dies sicher auch bei kleineren Anlagen ein Thema werden. Es wurde konstatiert: „Das Abwasser ist der Spiegel des Lebens“. Neueste Untersuchungen der Wissenschaftler und Ergebnisse der Langzeitstudien ergeben hier die regionalen Unterschiede.

Diese Erkenntnisse kommen aus aktuellen Abwasseranalysen, die das Abwasser aus Klärwerken untersucht und Rückstände verschiedener Stoffe feststellen kann.

Auch die Thematik der „Klärschlammentsorgung“ und der Energieversorgung der Kläranlagenbetriebe fand Erörterung, sodass die vertretenen Kläranlagen hier handfeste Ratschläge für den Alltagsbetrieb mitnehmen konnten.

Die Teilnehmer mit Daniela Bach vom WWA Deggendorf zusammen mit den Vertretern der Kläranlagenbetriebe beim „Nachbarschaftstag“ in der Kläranlage der VG Straßkirchen in Irlbach